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Warum ist unsere Gesellschaft so schwach, wenn es um Schwäche geht?

Für diese Woche plane ich noch einen Beitrag zum Thema Markenidentität. Da die Identität einer Marke immer von innen nach außen gelebt, möchte ich diesen kurzen Beitrag voran schieben.


Was verstehen Unternehmen eigentlich darunter, wenn sie sagen, dass sie Individualität bei ihren Mitarbeitern möchten und fördern?


Mit der Identität einer Marke einher geht immer auch, oder eigentlich vor allem, wie das Unternehmen mit seinen Mitarbeitern umgeht, wie es sie behandelt, wie es auf das einzelne Individuum eingeht, auf dessen Stärken, um diese zu fördern und auf dessen Schwächen. Jeder Mensch hat Schwächen: Bei dem einen sind es schwache Nerven, bei dem nächsten ein übergroßes Ego und beim anderen, dass er es jedem recht machen möchte. Dass er nicht nein sagen kann (und will), weil das gegen sein Pflichtgefühl verstoßen würde. Und bei sie bei allem Pflichtbewusstsein ausblenden, an sich zu denken, an ihr Wohlbefinden, an ihre Gesundheit. Genau diese Mitarbeiter haben es in der heutigen Gesellschaft schwer, denn sie werden zwangsläufig ausgenutzt. Wird er Mitarbeiter krank, wird das nicht selten nicht verstanden. Im Gegenteil, der Mitarbeiter wird als Störenfried angesehen, der dem Team schadet, weil er sich in den Augen der Vorgesetzten weigert, mitzuziehen.

Quelle: In Balance with Leif


Denn unsere Gesellschaft ist leider inzwischen so krankhaft leistungsorientiert, dass der einzelne Mensch nicht mehr zählt. In Unternehmen geht nur noch um Zahlen und KPIs. Die Mitarbeiter sind egal! Sollte ein Mitarbeiter nicht mehr so funktionieren, wie man es von ihm erwartet, wird er rausgedrängt und ausgetauscht gegen den nächsten, der funktioniert.


Wenn die Erschöpfung jedoch nicht erarbeitet wurde, bist Du einfach zu schwach für diese krankhaft leistungsorientierte Gesellschaft.

Wolfgang Roth (siehe Post auf LinkedIn)



Und weil unsere Gesellschaft so ist, wie sie ist, redet man auch nicht über seine Schwächen. Ja, Schwächen werden in einem Bewerbungsgespräch immer mal wieder abgefragt, aber doch nicht, weil die Schwächen des Mitarbeiters interessieren, sondern um die Bestätigung zu erhalten, dass derjenige diese abgestellt hat oder zumindest vorgibt, sie positiv zu nutzen. Warum darf man keine Schwächen haben? Vor allem keine psychischen Schwächen? Warum kann man in dieser Gesellschaft nicht offen über seine Schwächen sprechen, ohne schief angeschaut zu werden?


Markenführung nach innen richtet sich auf die Mitarbeiter aus, die die Markenidentität verstehen und unterstützen sollen. Dazu gehört im Umkehrschluss auch, dass sich das Unternehmen seiner Mitarbeiter annimmt - nicht nur fachlich.



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Thorsten Czerwinski,
Berater für Markenführung
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Thorsten Czerwinski
  • 50 Jahre, verheirat, zwei Kinder
  • wohnhaft in Bad Endorf, Bayern
  • gebürtiger Dortmunder und Freund des BVB
  • leidenschaftlicher Bergsteiger und Mountainbiker
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